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30.08.2003

Abend mit alten und neuen Liedern

von R. B. Ostthüringer Zeitung

Barbara Thalheim am 4. September in der Stadtkirche Ranis

Zuhause im System namens BRD ist sie mit Sicherheit nicht. Und auch im untergegangenen Land vor dieser Zeit war sie eine latente Quertreiberin, eine spitzzüngige Gratwanderin zwischen den Zeilen. Peinlich waren daher die Angriffe von selbstgerechten Vergangenheitsbewältigern nach der Wende gegen ihre Person.
Barbara Thalheim, Jahrgang 1948, ist wieder da. Mit alten sowie neuen Liedern und mit ihrem Begleiter, dem excellenten Akkordeonisten Jean Pacalet, kommt sie am 4. September um 19.30 Uhr in der Stadtkirche zu Ranis zu einem Lesekonzert. In der Burgstadt war sie schon einmal zu erleben, bei den Literatur- und Autorentagen vor zwei Jahren als sie ihr autobiographisches Buch "Mugge" vorste1lte.
Für Billigklamauk war die Thalheim - ihre Anfänge liegen 30 Jahre zurück - noch nie zu haben. Chansons nannte man ihre Lieder nicht nur bei Amiga. Sie war Gast in Kulturhäusern oder Kirchen, dachte nicht daran, ihre Heimat mit der Welt jenseits der Mauer zu vertauschen.
Nach der Wende überschlugen sich die Ereignisse, sie war noch mehr hin und hergerissen. Die Suche nach dem richtigen Platz im neuen Land erwies sich als schwierig. Trotzdem machte sie vorerst weiter. Das Werk "Fremdegehen" von 1993 brachte ihr einen Achtungserfolg ein. Dann, 1995, zog sie sich zurück. Mit "Deutsch zu sein bedarf es wenig" meldete sich die umtriebige Denkerin vor einem Jahr eindrucksvoll wieder.