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05.01.2005

Abbe Veranda nun lichtdurchflutet

Ostthüringer Zeitung

Jenoptik AG finanziert Umbau im Schillerhaus - Längere Öffnungszeit

Jena (OTZ/tz). Rechtzeitig zum Beginn des Schillerjahres erstrahlt die Abbe-Veranda von Schillers Gartenhaus in neuem Glanz. Die Fensterkonstruktion wurde rekonstruiert - die Jenoptik AG ermöglichte die Arbeiten durch eine Spende.

Dem Besucher fällt die Veränderung gleich auf: Viel mehr Licht kommt nun in die Veranda, die oft für Vorträge oder Sitzungen genutzt wird. Das macht die neue Fensterkonstruktion möglich. Um nahe am historischen Vorbild zu sein, haben sich die Bauarbeiter an alten Bildern orientiert. Die Umfassungen der Fenster messen gerade mal noch 20 Zentimeter - im Vergleich zum vorherigen Zustand ist das nur die Hälfte. Außerdem wurde die Farbgebung des Außenanstrichs in einem Grauton ausgeführt, der nun gleichfalls dem historischen Original entspricht. Innen tragen die Rahmen einen olivgrünen Anstrich.

"Die Veranda hat an Helligkeit gewonnen, und auch die Wärmedämmung hat sich verbessert", freut sich Christine Theml, die gute Seele des Hauses, über die Sanierung. Sie hat auch eine Veranstaltungsreihe anlässlich des Schillerjahres organisiert, die finanziell ebenfalls von der Jenoptik unterstützt wird.

Friedrich Schiller kaufte das Gartenhaus vor den Toren der Stadt im März 1797 für 1050 Taler. Mit seiner Frau Charlotte, mit seinen zwei kleinen Söhnen und mit drei Dienstboten verbrachte er hier die Sommermonate der Jahre 1797 bis 1799.

In dieser Zeit entstanden viele seiner Balladen, wesentliche Teile der Dramentrilogie "Wallenstein" sowie der Anfang von "Maria Stuart". Nach dem Umzug nach Weimar weilte Schiller im April 1801 nochmals einige Wochen im Jenaer Gartenhaus und schrieb Teile der "Jungfrau von Orleans".

In der unteren Etage des Hauses ist eine Ausstellung zu Schillers Jenaer Jahren und zu seinem Leben im Gartenhaus zu sehen. In der ersten Etage befindet sich Charlottes Salon und ihr Schlafkämmerchen. Im zweiten Stock findet der Besucher Schillers Arbeitszimmer, seine Schlafkammer und ein kleines Zimmer für den Diener Gottlieb Rudolf.

Im Schillerjahr hat die Universität die Öffnungszeiten des Hauses verlängert. Es ist nun dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. In der Sommersaison vom 1. April bis 31. Oktober öffnet das Haus zusätzlich sonntags von 11 bis 17 Uhr.