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19.02.2010

25 Millionen mehr für Kultur

von Hartmut Kaczmarek TLZ

Erfurt. (tlz) Thüringen bekennt sich zu seinen Verpflichtungen als Kulturland. Das zumindest liest der SPD-Kulturexperte Hans-Jürgen Döring aus dem Entwurf des neuen Haushaltsplanes heraus. Die veranschlagten Mittel für die Kultur insgesamt sind um 25 Millionen Euro angehoben worden. "Das ist eine wichtige Weichenstellung, weil Kultur eben nicht mehr unter dem Aspekt von Kürzungen gesehen wird", freut sich Döring über die Anhebungen, die quer durch alle Bereiche des Kulturetats gehen.

Ein wenig wird natürlich die Freude durch den Blick in die Vergangenheit getrübt. Die jetzigen Erhöhungen kompensieren nicht die von der CDU-Alleinregierung vorgenommenen Kürzungen von 35 Millionen Euro in den Jahren 2000 bis 2008, sind für Döring aber trotzdem eine Art Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik. "Unter den gegenwärtigen finanziellen Umständen ist das sicherlich das Möglichste, was herauszuholen war", verweist Döring auf die Zwänge, unter denen der Etat leidet. Allein die Neuverschuldung des Landes steigt um 880 Millionen Euro.

Was den Kulturexperten besonders freut: Nicht nur Theater und Orchester können mit mehr Geld rechnen, gestärkt wird auch das kreative Potenzial im Land. So steigen die soziokulturellen Ausgaben von 500 000 auf 889 000 Euro, für die Bildende Kunst legt das Land 40 000 Euro drauf, und die Literaturförderung wird von 115 000 auf 269 000 Euro erhöht. Die Ausgaben für Projektmanager als Knotenpunkte für die Kulturentwicklung sind um 40 Prozent höher als in den vergangenen Jahren angesetzt, und für die Jugendkultur wird das Land 130 000 statt bislang 80 000 Euro ausgeben. Die Ausgaben für die Denkmalpflege, insbesondere die Erhaltung und Pflege reformationsgeschichtlicher Denkmale steigen von 2,8 auf 4,7 Millionen Euro. Und auch bei der Luther-Dekade engagiert sich das Land mit erst einmal 635 000 Euro in diesem Jahr.

Aber auch die Residenzen werden deutlich gestärkt. So plant das Land für das Barock-Universum in Gotha Ausgaben von einer halben Million Euro. Für die Digitalisierung des Thüringer Kulturguts sind 450 000 Euro eingestellt. Einen kleinen Wermutstropfen macht Döring auch aus: Die eingestellten Mittel für die Museen im Land reichen ihm nicht aus.

Kultusminister und SPD-Landeschef Christoph Matschie hat die Vision von Thüringen als einem Kulturland im Herzen Europas entwickelt. Und auch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte dem Thema Kultur in ihrer Regierungserklärung im November einen hohen Stellenwert beigemessen. "Diesen Verpflichtungen werden wir jetzt gerecht", ist Döring überzeugt. "Wir sind weg von der Kürzungspolitik", sieht er eine wichtige Kurskorrektur.