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18.05.2014

100 Gäste bei Ditfurth-Lesung in Neustadt

von Ralf Schönfelder Ostthüringer Zeitung

Fast 100 Gäste füllten die Bibliothek in Neustadt, um die Autorin und Politikerin Jutta Ditfurth zu hören.

Neustadt. In den 1980er-Jahren war Ditfurth eines der Gründungsmitglieder der Grünen. Später trat sie aus der Partei aus und wurde eine Kritikerin der Spitze um Joschka Fischer. In Neustadt las sie aus ihrem Buch "Zeit des Zorns. Warum wir uns vom ­Kapitalismus befreien müssen".

Der provokante Titel lädt zur Diskussion ein - ebenso wie seine Verfasserin. Jutta Ditfurth durchstreifte in ihrem Vortrag die westliche Welt. Dabei gelang es ihr, die komplexe Kritik des Buches anschaulich darzustellen. Sie sprach von deutschen Bundespräsidenten, die Kriegseinsätze gutheißen, über die Zwangsräumung von 7000 Häusern in Cleveland (USA) durch die Deutsche Bank und von schockierenden Gewaltausschreitungen der italienischen Polizei gegenüber Demonstranten beim G8-Gipfel in Genua.

Die anschließende Diskussion kehrte in die Region, nach Neustadt, nach Thüringen zurück: Ein Austausch von Erfahrungen und Visionen.

Die Bibliothekarin Alexandra Junge hatte den Abend mit einem Zitat von Klaus Staeck begonnen: "Bibliotheken sind eine gefährliche Brutstätte des Geistes." Diesem Anspruch wurde die Bibliothek an diesem Abend gerecht.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Lese-Zeichen e.V. im Rahmen der 17. Thüringer Literatur- und ­Autorentage statt.